Nachhilfestunden für die Stadtverwaltung in Erfurt

Erfurt. Noch immer wartet die Stadtverwaltung auf das Geld für die Reparatur der hochwassergeschädigten Winzerstraße. Die Stadt ließ sich in punkto Beantragung der Gelder fortbilden.

Seit mehr als einem Jahr müssen Anlieger jetzt schon an den Sperrschildern vor der schadhaften Passage umkehren. Und noch immer ist mit den Bauarbeiten nicht begonnen. Zeitnah solle der entsprechende Antrag nun bewilligt werden, so die Ankündigung von Ende Juni aus dem Thüringer Bauministerium. Immerhin sei der Antrag inzwischen vollständig eingegangen.

Damit hatte es offenbar Pro­bleme gegeben. Denn zwar hatte die Stadt Erfurt im April den Maßnahmeplan für das Aufbauhilfeprogramm "Hochwasser" eingereicht. Der wurde auch innerhalb von sechs Tagen bestätigt. Doch dann geschah nach Lage der Akten erst einmal nicht mehr viel.

Erst am 13. Mai diesen Jahres rückten die Vertreter gleich mehrerer Dezernate ins Landesamt für Bau und Verkehr zu einer "individuellen Schulung" ein. Der Erfurter Verwaltung wurde einmal gezeigt, wie sie - bürokratisch korrekt - die Anträge auszufüllen habe, um an das Geld zu gelangen. Das wurde bekannt, nachdem sich der linke Landtags-Abgeordnete Frank Kuschel im Finanzausschuss des Landtags nach dem eher schleppenden Verlauf der Mittelvergabe in Erfurt erkundigt hat.

Prominenteste Anliegerin der Winzerstraße ist die Linke- Landtagsabgeordnete und Stadträtin Karola Stange . Ihr Kommentar: "Dass unsere Verwaltung Fortbildungsbedarf in der Antragsausfüllung hat, ist schon irgendwie bemerkenswert."

Bild: Die Erfurter Winzerstraße wartet auf die Sanierung. Archiv-Foto: Marco Schmidt

Matthias Thüsing / 09.07.14 / TA

10.07.2014 von Thomas Hartmann

Die Erfurter Winzerstraße wartet auf die Sanierung. Foto: Marco Schmidt

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