Auch Hochheim betroffen - In Molsdorf und Möbisburg könnte das Bauen bald verboten werden

Auch Hochheim wird teilweise von der Einführung der neuen Trinkwasserschutzzone beeinträchtigt. Aus dem Grund wird am Montag, den 23.06.2014 unter einem Tagesordnungspunkt über dieses Thema beraten. Hochheimer sind herzlich willkommen.

Die Thüringer Allgemeine schrieb:

Molsdorf. Ein Entwurf der neuen Trinkwasserverordnung sieht für die Grundeigentümer im Erfurter Süden weitreichende Auflagen vor.

"Wir wissen immer noch viel zu wenig", klagt Ortsteilbürgermeister Wolfgang Friebel. Dabei habe man in seinem Ort Molsdorf nur noch drei Wochen Zeit, Einwände gegen die Neufassung der Trinkwasserzone im Erfurter Süden vorzubringen. Doch so viel ist inzwischen klar: Den Molsdorfern, aber auch den Nachbarn in Möbisburg sowie einigen Grundstücksbesitzern in der Parkstraße am Steiger drohen künftig massive Einschränkungen für die Nutzung ihres Eigentums. Neu- und Ausbauten sollen in vielen Ortsteilen künftig nicht mehr oder nur noch unter strengen Auflagen möglich sein.

Ebenso dürfen hier Fahrzeuge nicht mehr gewaschen oder repariert werden. Selbst das Schottern seines Gartenwegs ist künftig streng verboten. Der Grund ist eben diese Neufassung der Trinkwasserschutzverordnung, die derzeit im Entwurf vorliegt. "Unsere Bürger befürchten einen Wertverlust ihrer Grundstücke und deutliche Mehrkosten, dies wollen sie nicht kampflos hinnehmen", so Friebel.

Doch das Landesverwaltungsamt sieht die Qualität des Erfurter Trinkwassers bedroht, sollten die Regeln dessen, was demnächst in den betroffen Ortsteilen noch erlaubt ist, nicht eingehalten werden. Es gelte die wasserführenden Schichten vor Ver-unreinigungen zu schützen. Die Brunnen der Erfurter Wasserwerke entnehmen ihr Wasser hauptsächlich aus diesen Karstschichten unter dem Steiger. Geologisch ist das Gestein durch eine Vielzahl von Spalten und Klüften gekennzeichnet. Diese Schichten reichen teilweise bis fast an die Erdoberfläche heran, durch das Sickerwasser ins Grundwasser gelangen kann.

Schadstoffe könnten ins Grundwasser gelangen

"Dadurch besteht die potenzielle Gefahr, dass Schadstoffe und Krankheitserreger über die Versinkungsstellen der Gewässer in den Untergrund gelangen und die Grundwasserqualität nachteilig verändern", begründet das Landesverwaltungsamt die Notwendigkeit zur Neufassung der Trinkwasserschutzzone. "Diese Gefährdungen können durch Nutzungen im Einzugsgebiet, insbesondere durch Abwassereinleitungen oder Einträge von der Landwirtschaft in die Gewässer, hervorgerufen werden", so das Amt weiter.

"Die neuen Auflagen drohen die Entwicklung unseres Dorfs ernsthaft zu beschneiden", fürchtet Ortsteilbürgermeister Friebel. Die Angelegenheit war von solcher Dringlichkeit, dass er am vergangenen Montag sogar das Eröffnungsspiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft sausen ließ. Stattdessen lud er den Ortsteilrat zur Beratung ein.

Denn auf die Einwohner, Unternehmer und Kleingärtner könnten in den kommenden Jahren nicht nur Nutzungseinschränkungen, sondern auch Kosten in Form von Dichtigkeitsprüfungen für Klärgruben, Genehmigungen für Umweltauflagen oder Gutachten zukommen. Die Liste der Verbote und genehmigungspflichtigen Handlungen im künftigen Trinkwasserschutzgebiet erstreckt sich im Verordnungsentwurf auf mehr als 20 Seiten.

Auch wenn davon nicht alles Substanz hat. Vom Verbot für Flughafenerweiterungen sind Möbisburg und Molsdorf mangels Flughafen nicht betroffen. Und auch andere Verbote hat das Landesverwaltungsamt in seinem Entwurf schon von sich aus entschärft. "Es wird beispielsweise weiter möglich sein, Wäschespinnen im Garten einzubetonieren", so ein Sprecher des Landesverwaltungsamtes.

Ortsbürgermeister rät zum Widerspruch

Mutterboden könne in Kleingärten auch künftig weiter bedenkenlos aufgebracht werden. Ebenso werden Komposthaufen auf privat genutzten Grundstücken auch in Zukunft geduldet. Doch gerade diese Ausnahmen sind es, die klarmachen, wie weit die Verbote reichen könnten.

Für Friebel ist daher klar: "Jeder Betroffene sollte sich den Entwurf genau durchlesen - und gegebenenfalls Einspruch erheben." Die Pläne liegen noch bis 1. Juli im Erfurter Bauinformationsbüro in der Löberstraße zur Ansicht aus - und sie finden sich auch unter www.molsdorf.de.

Einwände gegen den Entwurf der Verordnung müssen bis spätestens zum 15. Juli an das Landesverwaltungsamt herangetragen werden. "Wer Fragen hat, kann sich an die Ortsteilverwaltung wenden", sagt Friebel.

Matthias Thüsing / 21.06.14 / TA

Ebenso finden Sie die Unterlagen und Pläne auf www.erfurt-hochheim.de

23.06.2014 von Thomas Hartmann

Auch Hochheim betroffen - In Molsdorf und Möbisburg könnte das Bauen bald verboten werden

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