Wunsch nach Oberstufe macht Schulprojekt komplizierter

Wunsch nach Oberstufe macht Schulprojekt komplizierter

Hochheim Gemeinschaftsschule bis zur 12. Klasse könnte den Umbau teurer machen und die Umsetzung gefährden

Bild: Die Grundschule in Hochheim. Foto: Paul-Philipp Braun

Die Zukunft der Schulen in Hochheim scheint nach der Sitzung des Bildungsausschusses wieder in den Sternen zu stehen. Die Verwaltung möchte die Investition bis Ende Juni für das Schulbauförderprogramm des Landes beantragen. Daher müsse sie möglichst schnell wissen, für welche Schulform das Fördergeld beantragt werden soll, sagte Erfurts Bildungsdezernentin Tamara Thierbach (Linke).

Zu dieser Frage gibt es aber ganz unterschiedliche Meinungen. Wie Steffen Peschke vom Ortsteilrat Hochheim mitteilte, seien die Grund- und die Regelschule zwar bereit, aufeinander zuzugehen und über ihre Auflösung zugunsten einer Gemeinschaftsschule nachzudenken. Doch werde das gemeinsame Konzept wohl nicht vor dem Jahresende stehen.

Noch wichtiger ist eine Bedingung, welche laut Peschke die Grundschule stellte. Sie wolle sich nur auf eine Gemeinschaftsschule einlassen, wenn diese bis zur 12. Klasse geführt wird. „80 Prozent unserer Grundschüler wechseln auf das Gymnasium“, sagte Peschke. Das Abitur solle deshalb möglich sein.

Der Wunsch nach 12 Klassen überraschte am Dienstagabend einige Stadträte im Bildungsausschuss. „Ich bin schockiert“, meinte Verona Faber-Steinfeld (SPD). „Damit wird die Lösung des Problems immer schwieriger und komplizierter.“

Denn eine Machbarkeitsstudie zum Umbau der bestehenden Grund- und Regelschulen basierte auf dem Schulnetzplan, der von einer Gemeinschaftsschule mit zehn Klassen ausging. Der Umbau, der laut der Studie schon jetzt bis zu 16 Millionen Euro kosten könnte, würde dann noch deutlich teurer. Damit steigt zugleich das Risiko, dass das Projekt ganz scheitert.

Laut dem Bildungsamtsleiter Werner Ungewiß würde es für die Raumanzahl kaum ins Gewicht fallen, ob die Schule zwei- oder dreizügig läuft. Komme aber die gymnasiale Oberstufe hinzu, müsse man mit acht Klassenräumen mehr rechnen.

Für den Ausschuss-Vorsitzenden Michael Hose (CDU) ergibt sich ein „großes Dilemma“. „Wir haben zwei Schulen, die aus allen Nähten platzen und die zueinander finden wollen“, sagte er. „Aber wir haben keine Mittel für eine Schule bis zur 12. Klasse.“

Hochheims Ortsteilbürgermeister Thomas Hartmann wies auf die hohe Auslastung der bestehenden Gymnasien hin. „Der Bedarf spricht für eine große Lösung“, sagte er. Dagegen meinte Karin Landherr (Linke), dass das viele Geld an anderer Stelle effizienter eingesetzt werden könne. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie in der Diskussion die Meinungen aufeinander prallen.

Auf Anregung von Thomas Pfistner (CDU) will der Ausschuss nun kurzfristig versuchen, mit den betroffenen Ortsteilräten und den Schulen eine einheitliche Meinung zu finden. Dies könnte laut Pfistner auch eine jeweils zweizügige Grund- und Regelschule sein. Keinen Zweifel ließ Dezernentin Thierbach daran, dass die Stadt zum Standort steht. „Wir brauchen die Schule für alle Ortschaften ringsum, und zwar so schnell wie möglich“, sagte sie.

Holger Wetzel / 22.04.16 / TA

04.05.2016 von Thomas Hartmann

Die Grundschule in Hochheim. Foto: Paul-Philipp Braun

Zum Start der Bilderschau ein Bild anklicken.