Erfurter Dreienbrunnenbad: Förderverein will weiter für Erhalt streiten

Rettet das Dreienbrunnenbad!“ lautet die Forderung, die zur Demonstration am Mittwoch, 27.

April 2016, auf dem Fischmarkt erneut laut wird. Bevor die Stadträte im Rathaus über das
künftige Erfurter Bäderkonzept diskutieren, macht der Förderverein des Familienbades mobil.

Mitte 2016 entscheidet der Stadtrat über die Zukunft des Dreienbrunnenbades. Foto: Susann Fromm

Bild: Mitte 2016 entscheidet der Stadtrat über die Zukunft des Dreienbrunnenbades. Foto: Susann Fromm

Erfurt.

Keinesfalls sind die Freunde des denkmalgeschützten Kleinods im Erfurter Süden gewillt, den Vorschlag der Stadtverwaltung widerspruchslos hinzunehmen. Der klammen Haushaltslage geschuldet, sieht dieser vor, nur das Freibad Möbisburg zu „ertüchtigen“, einen Hallenbadneubau erst nach dem Jahr 2022 in Angriff zu nehmen – und das Dreienbrunnenbad als Freibad zu schließen.

Unter den elf Alternativen, die für das Konzeptpapier untersucht wurden, ist dies die finanziell günstigste Variante (TLZ berichtete). An einer Sanierung des Wehrs am Bad durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) führt offenbar kein Weg vorbei. Wo aber die künftig dazugehörige Fischtreppe verlaufen soll, dazu müsse schnell ein Votum her, heißt es aus dem Rathaus: Ausgebaut werden könne die Fischtreppe nach EU-Richtlinien wahlweise in Form eines technisch-schlichten Betonbauwerks oder aber in Form einer naturnahen Flussschleife. Letztere würde um die zu erhaltenen Gebäude des Bades herumfließen und Sonnenanbetern auf einer parkähnlichen Liegewies wenigstens die Erfrischung im Fluss ermöglichen. Beide Varianten würde die TLUG finanzieren, heißt es.

„Eine Flussschleife ist kein Ersatz für ein Familienbad mit Badeaufsicht“, stellt Kristin Weigel vom Förderverein des Dreienbrunnenbades klar, der sich gezwungen sieht, erneut die Protestwelle zu reiten. „Das denkmalgeschützte Kleinod darf nicht Sparzwängen zum Opfer fallen!“ lautet eine der Forderungen des Vereins. Denn schließlich wachse Erfurt und müsse sich drei Freibäder – neben dem Nordbad und dem in Möbisburg auch das Dreienbrunnenbad – einfach leisten können. Die übrigen zehn Varianten des Konzeptpapiers für eine künftige Bäderlandschaft in Erfurt sehen die Vereinsmitglieder nicht ausreichend berücksichtigt.

Von Bürgerbeteiligung könne aus ihrer Sicht zudem keine Rede sein. Die Umweltbeigeordnete Katrin Hoyer habe den Verwaltungsvorschlag im Verein vorgetragen, als würde es keine Spielräume mehr geben, sagt Kristin Weigel. In ihren Augen seien die rund drei Millionen Euro, die eine Sanierung des „Dreiers“ laut Konzept kosten soll, viel zu hoch veranschlagt. Weder sei dabei berücksichtigt worden, dass die TLUG für die neue Ufermauer aufkommen müsse, noch dass es weitere Fördermittel geben könnte. Auch durch die Vermietung der denkmalgeschützten Gebäude könnten Einnahmen erzielt werden, die Sanierungskosten sinken ließen. Sie habe den Eindruck, im Rathaus bestehe kein Interesse am Erhalt des Dreiers, so Weigel.

Mehr und nicht weniger Badeflächen brauche Erfurt, pflichtet die CDU-Fraktion dem Förderverein des Dreier bei. „Jetzt rächt sich, dass die Stadtwerke beispielsweise mit der Multifunktionsarena zu stark gefordert sind“, sagt CDU-Stadtrat Michael Hose. CDU-Stadträtin Marion Walsmann freut sich für die Möbisburger, das Dreienbrunnenbad dürfe mit seiner Tradition aber nicht einfach abgeschrieben werden.

Am 29. April 2016 werden die Dreier-Fans das Freibad erst mal herausputzen: Malern, Säubern, Aufräumen heißt es dann, um das Freibad fit zu machen für die Saison 2016. Hoffend, es möge nicht die letzte sein, ist ihr Protest-Symbol ein Rettungsring.

Frank Karmeyer / 13.04.16 / TLZ

19.04.2016 von Thomas Hartmann

Mitte 2016 entscheidet der Stadtrat über die Zukunft des Dreienbrunnenbades. Foto: Susann Fromm

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