Geraweg im Luisenpark bleibt das ganze Jahr über gesperrt

HOCHHEIM Tiefbauamt verweist auf wasserführende Schicht im Hang neben der Winzerstraße und Sicherheitsfragen

Von Birgit Kummer

Mit Vierfachzaun und großen Betonklötzen ist der Spazierweg an der Gera gesichert, der im Luisenpark Richtung Hochheim führt.

Seit mehr als einem Jahr ist der parallel zur Winzerstraße führende, beliebte Wanderweg am Fluss dicht. Die Stadt sperrte ihn wegen der Gefahr eines Hang-Abrutsches, nachdem Starkregen und Hochwasser zu Pfingsten 2013 die Winzerstraße schwer beschädigt hatten.

Seither hoffen viele Erfurter, dass er wieder geöffnet wird. Mehrfach musste die Stadt die Sperrung erneuern, weil Spaziergänger sich Schlupflöcher schafften. Als Anwohner Hans Pistner die Anfrage an den Stadtrat stellte, wie teuer die Gehwegsperrung die Stadt komme, sprach der Oberbürgermeister von 7000 Euro. Wegen Vandalismus und fehlender Akzeptanz werde die Sperre immer wieder zerstört.

Inzwischen wurden die Sanierung von Straße und Hang europaweit ausgeschrieben. 650000 Euro sind veranschlagt, bezahlt von Land und Bund aus Mitteln des Hochwasserschutzes.

Der Luisenpark ist voller Spaziergänger, und die Fragen häufen sich, wann der Weg wieder geöffnet wird. Schließlich wurden im Vorfeld der Bauarbeiten bereits die Bäume am Hang gefällt, was die Lasten am Hang verringert.

Doch diese Hoffnung lässt der Leiter des Tiefbau-und Verkehrsamtes, Alexander Reintjes, platzen: „Der Weg bleibt bis zur Beendigung der Baumaßnahme gesperrt“, stellte er gestern klar.

„Zum einen finden auch dort Arbeiten zur Sanierung des Hanges statt – wir müssten ihn für die Dauer der Arbeiten ohnehin wieder sperren. Zum anderen ist das Thema der Sicherheit dieses Hanges nicht vom Tisch, auch wenn die Bäume jetzt gefällt sind und der Hang damit entlastet scheint.“ Der Hang sei noch immer in Bewegung, auch wenn dies allgemein angezweifelt werde. „Bei trockenem Wetter vermag dies ein abschätzbares Risiko darzustellen, nach Regenfällen ist das aber nicht mehr kalkulierbar“, sagt Reintjes. Im Hang neben der Winzerstraße liege eine wasserführende Schicht, die ursächlich für die Hangrutschung sei. „Welche Niederschlagsmenge erforderlich ist, um diese wasserführende Schicht mit so viel Wasser zu versorgen, dass der Hang tatsächlich abrutschen wird, vermag niemand zu errechnen“, sagt er. „Aus diesem Grund schützt die Sperrung dieses Weges das Leben und die Gesundheit all derer, die darauf warten, diesen Weg endlich wieder nutzen zu können.“

Alexander Reintjes weiß, dass die Sperrung nicht auf Gegenliebe stößt und dem Amt vorgeworfen wird, übertrieben vorsichtig zu sein. Familie Pistner etwa hat keinerlei Erdbewegungen ausgemacht.

„Ich werde diese Sperrung nicht aufheben lassen“, verkündet der Amtsleiter. Schlussendlich liege die Verantwortung dafür bei der Stadt, und da bleibe sie auch.„Der Baubeginn zur Sanierung der Hangrutschung wird voraussichtlich bei Ende August/Anfang September liegen“, sagt er. Bis Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Bis dahin bleibe der Weg gesperrt.

Bild: Verrammelt ist der untere Geraweg im Dreienbrunnenpark, der 1900 im Andenken an Königin Luise angelegt wurde und deshalb auch Luisenpark heißt. Der Weg ist auch in den nächsten Monaten nicht nutzbar. Foto: Marco Schmidt

TA 23.04.2015

05.05.2015 von Thomas Hartmann

Verrammelt ist der untere Geraweg im Dreienbrunnenpark

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