Sirenen sollen in Erfurt Wasseralarm geben

Erfurt. Die Verwaltung will das von vielen Ortsteilen geforderte Hochwasser-Frühwarnsystem installieren. Erfurt hat nur noch 17 intakte Sirenen.

Die Bürgermeister der von Hochwasser bedrohten Ortsteile haben sich durchgesetzt: Bei dem von ihnen geforderten Frühwarnsystem mit Sirenen geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Das signalisierten Vertreter der Stadtverwaltung gestern Abend im Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Ortsteile.

Für das Warnsystem sei die Anschaffung von neuen Sirenen und von Niederschlagsmessern nötig, sagte Jörg Rindfleisch, Referent im Bürgerservice-Dezernat. An beiden mangelt es in Erfurt. Den Sirenenabbau Anfang der 90er-Jahre haben nur 17 funktionstüchtige Anlagen überstanden. Von den am meisten bedrohten Ortsteilen haben mindestens Azmannsdorf, Linderbach, Urbich, Möbisburg, Bischleben und Hochheim keine Sirene mehr.

Was die auch "Ombrometer" genannten Regenmesser betrifft, verfügt die Feuerwehr nur über zwei Anlagen. Sie befinden sich an der Fuchsfarm im Steiger und an der Wache in Melchendorf.

Ombrometer kosten rund 4000, neue Sirenen gar 5000 Euro pro Stück. Die Verwaltung soll daher bis Anfang nächsten Jahres prüfen, wo Sirenen fehlen, wo sie am dringendsten benötigt werden, auf welchen bevorzugt städtischen Gebäuden sie installiert werden können und welche Standorte sich für die Regenmesser anbieten.

Laut dem Hochwasser-Experten vom Umweltamt, Karl-Heinz Czerner, sollen die Regenmesser so eingestellt werden, dass sie ab einer Regenmenge von 28 Litern in 20 Minuten ein Warnsignal abgeben. Dies entspreche dem Wert eines "Jahrhunderthochwassers", der von den Erfurter Unwettern vom Juni 2013 und September 2014 deutlich übertroffen wurde.

Ob die Sirenen manuell oder von der Leitstelle aktiviert werden, welcher Signalton benutzt wird und wie die Bürger darüber informiert werden, wird ebenfalls noch festgelegt. Fest steht: Bei drohendem Hochwasser sollen die Bürger vor der nahenden Gefahr gewarnt werden. Nach Aussagen vieler Betroffener hätten etwa im September schon wenige Minuten Vorwarnzeit gereicht, um durch Sicherungsmaßnahmen am Grundstück den Schaden einzudämmen.

Bild 1: Die überschwemmte Hauptstraße von Büßleben nach dem Hochwasser vom 19. September. Die Einwohner hoffen, künftig vorgewarnt zu werden. Archiv-Foto: Holger Wetzel

Holger Wetzel / 10.12.14 / TA

13.12.2014 von Thomas Hartmann

Die überschwemmte Hauptstraße von Büßleben

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