Hochwasserschäden werden beseitigt

Geldregen vom Land: auch der Erdfall von Kühnhausen kann in Angriff genommen werden. Unklarheit über Krämerbrücken Freifläche

Erfurt. In Erfurt hat es am Mittwoch nicht nur Wassertropfen, sondern auch Geld geregnet. Rund zwei Millionen Euro, die größtenteils vom Land kommen, arbeitete der Finanzausschuss am Abend in den Haushalt ein. Von dem Geld soll noch in diesem Jahr der Erdfallschaden in Kühnhausen beseitigt, die vom Hochwasser zerstörte Winzerstraße in Hochheim repariert und eine Reihe weiterer Hochwasserschäden in Ordnung gebracht werden.
Einen Antrag des Stadtentwicklungsamtes, der Geld für die Freifläche der Krämerbrücke umschichten wollte, musste die Finanzdezernenten Karola Pablich zurückziehen. Der Ausschuss sah die Begründung als unzureichend an.
Der Erdfall von Kühnhausen ereignete sich vor einem Jahr. Seitdem ist die Sondershäuser Straße gesperrt. Zudem stellte sich heraus, dass auch Flächen in Elxleben (Landkreis-Sömmerda) betroffen sind.
625.000 Euro sind für die Reparatur eingeplant. Das Land will sich mit 440.000 und der Landkreis-Soemmerda mit 29.500 Euro beteiligen. Vor allem durch Umschichtungen von Krediten mit geringeren Tilgungszahlungen kann die Stadt ihren Eigenanteil einbringen.
Der Sondershäuser Straße kommt zugute, dass das Land 2015 die B4 sanieren will. Für die Baustelle wird die Sondershäuser Straße als Havariestrecke benötigt. Der Erdfall soll daher zeitnah behoben werden.

271.000 € mehr für kleinere Fläche

Bei den Hochwasserschäden ist die Winterstraße die aufwändigste Maßnahme. Sie alleine kostet 600.000 Euro, die das Land genauso tragen will wie die weiteren Reparaturarbeiten. Diese 14 Maßnahmen verteilen sich auf das ganze Stadtgebiet.
Völlig unklar blieb dagegen, warum das Stadtplanungsamt 271.000 € für die Freiflächengestaltung der Krämerbrücke beantragte. Wie der Stadtrat Wolfgang Metz (SPD) im Ausschuss anmerkte, steht die Maßnahme bereits mit 330.000 € im genehmigten Haushalt.
Für die Folgejahre sieht der Investitionsplan nur 90.000 weitere Euro vor. In der schriftlichen Begründung weiß das Amt zu dem darauf hin, dass wegen ungeklärter Grundstücksfragen zunächst nur der brückennahe Teil der Flächen nördlich der Krämerbrücke gestaltet werden soll. „Wieso für eine kleinere Fläche die Kosten und 270.000 € steigen sollen, verstehe ich nicht“, beschwerte sich Metz.
Doch weder am Tag gegenüber unserer Zeitung noch am Abend im Ausschuss konnte das Amt einer Erklärung geben. Es teilte auch nicht mit, welche 300.000 Euro teure Baumaßnahme zu Gunsten der Freifläche verschoben werden soll.
Die 300.000 Euro sollten der Haushaltsstelle „Städtebaulicher Denkmalschutz“ entnommen werden. Nach dem Haushaltsentwurf könnte es sich dabei um die Innenhofgestaltung der Alten Synagoge handeln.
Nach Rücksprache mit dem Amt will Pablich im nächsten Ausschuss nun eine neue Vorlage einbringen. Dann wird allerdings auch der Ausschuss ein neuer sein - mit der letzten Sitzung des alten Finanzausschusses endete die Stadtrats-Periode am Mittwoch endgültig.

Beseitigung der Hochwasserschäden in Erfurt 2014

  •   1 Hochheim, Winzerstraße   600.000 Euro
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  •   7 Hochheim, Bischlebener Straße (Durchlass)     40.000 Euro
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  •   9 Hochheim, Treppe an der Hohle     58.000 Euro
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  • 11 Hochheim, Angerberg (Beräumung Graben)     33.000 Euro
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Holger Wetzel / 30.05.2014 / TA

Bild: Geld für die Hochwasserschäden: durch Mittel vom Land können diese 15 Baumaßnahmen in den Erfurter Haushalt für das laufende Jahr eingeplant werden. (TA)

02.06.2014 von Thomas Hartmann