Mühlgraben muss zum Schutz vor Hochwasser teuer saniert werden

Erfurt. Um die Hochheimer vor Hochwasser zu schützen, braucht der Mühlgraben ein neues Bett. Ein flutsicherer Bachlauf allerdings würde mindestens 250.000 Euro kosten. Diese Summe teilte Anette Albrecht, die Abteilungsleiterin für Gewässerwirtschaft beim Garten- und Friedhofsamt, Grabenanwohnern und Stadtratsmitgliedern bei einer Besichtigung des Wasserlaufes mit.

Die Kosten dafür, den total verschlammten und an vielen Stellen durch Wildwuchs und Uferanbauten eingezwängten Mühlgraben zu sanieren, hat die Gewässerexpertin grob geschätzt. "Wir beauftragen jetzt ein Planungsbüro mit genauen Kalkulationen", kündigte Albrecht an. Versuche, den Bach mit Technik und Personal aus dem städtischen Amt zu reinigen, waren vor dem Jahreswechsel gescheitert. Die Bachsohle ist zu tiefgründig aufgeweicht, um mit einem kleinen Bagger einfach das Gewässer abzufahren und auszuheben. Große Technik, um steckengebliebene Fahrzeuge zu bergen, käme an das beidseits bebaute und steile Ufer gar nicht heran.

Bei Hochwasser steigt die Flut in der engen Bachrinne schnell bedrohlich an. Davon können Anrainer wie Hagen Lustermann und Hartmut Schaller ein Lied singen. Beide drängten beim Ortstermin auf eine schnelle Lösung, damit nicht beim nächsten Starkregen wieder reihenweise Keller entlang des Mühlgrabens voll Wasser laufen. Geld, um den Bachlauf womöglich noch in diesem Jahr zu sanieren, stehe bislang nicht im städtischen Haushalt, musste Anette Albrecht die Erwartungen bremsen.

Auch die Stadträte aus den Ausschüssen Ordnung, Sicherheit und Ortsteile sowie Bauen, Umwelt und Verkehr, die zum gemeinsamen Ortstermin geladen hatten, hielten sich mit Versprechungen zurück. Das Thema Hochwasserschutz soll in der verbleibenden Stadtratssitzung vor der Kommunalwahl noch einmal thematisiert werden, war zu hören. Welchen Stellenwert das Thema allerdings im neuen Stadtparlament haben wird, darüber wagte keiner der bisherigen Mandatsträger eine Prognose.

Unabhängig vom politischen Willen und den finanziellen Möglichkeiten, den Mühlgraben zu sanieren, hat der Bachlauf selbst seine Tücken. Die Idee, ihn einfach durch eine Sperre vom Geralauf abzutrennen, hat nicht gefruchtet. Die Sperre steht, gespeist aber wird der Graben durch Quellen, die zum Teil direkt unter den Fundamenten des Supermarktes entspringen, der ans Ufer angrenzt. Vom Gera-Abzweig bis zum Marktgelände ist der Bachlauf inzwischen vertieft und führt kaum Wasser. Von den neu gefassten Quellen gewässerabwärts häufen sich Probleme: tiefer Schlamm und Ablagerungen am Ufer. Selbst im breiteren Unterlauf kann keine Technik das Bachbett ausbaggern. Bagger passen nicht unter den Rohren hindurch, die frei unter dem Brückenbogen für die Motzstraße hängen.

Timo Götz / 08.03.14 / TA

Bild: Knietief steht Peter Otto im verschlammten Bachbett des Mühlgrabens. Der Gewässerwart vom Garten- und Friedhofsamt zeigte Stadträten und Anwohnern die Tücken vor einer Sanierung zum Hochwasserschutz. Foto: Timo Götz

29.05.2014 von Thomas Hartmann

Knietief steht Peter Otto im verschlammten Bachbett des Mühlgrabens. Der Gewässerwart vom Garten- und Friedhofsamt zeigte Stadträten und Anwohnern die Tücken vor einer Sanierung zum Hochwasserschutz. Foto: Timo Götz

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