2012-05-30_TA Erdbeerernte in Hochheim und Gebesee in vollem Gange

Erdbeerernte in Hochheim und Gebesee in vollem Gange

    Foto: Die Ernte läuft jetzt auf Hochtouren. Marianna Petrowa Stephanowa (22) unterbreitet ihr verlockendes Erdbeer-Angebot direkt im Hofladen der Gärtnerei Gloria in Hochheim. Foto: Marco Schmidt

Erfahrener Gärtner spricht von einer "hervorragenden Qualität", sieht aber bis zu einem Drittel geringere Erträge. 120 Saisonkräfte in Hochheimer Betrieb.

Erdbeerfest am 9. und 10. Juni in Gebese.

Hochheim. Zwar leicht verspätet gegenüber normalen Jahren, aber jetzt ist die Erdbeerernte rund um Erfurt in vollem Gange. "Im Laufe dieser Woche werden wir unsere volle Kapazität erreichen", kündigt Carsten Gloria, Chef der gleichnamigen Gärtnerei in Hochheim, an. Dann treffen dort auch die letzten Erntehelfer ein.

Etwa 120 Saisonkräfte, vorwiegend aus Polen, werden Ende der Woche auf den Feldern der Gärtnerei tätig sein. Alles in allem sind auf etwa 15 Hektar Erdbeeren angebaut. Die Flächen liegen unter anderem bei Marbach und Molsdorf, zwischen Hochheim und Bischleben sowie bei Schmira.

Kräftig rot und besonders süß kommen sie daher. "Die Qualität ist hervorragend", freut sich Gärtner Gloria, "aber es sind etliche weniger als sonst", muss er auch gleich wieder einschränken. Etwa ein Viertel bis sogar ein Drittel geringer dürfte wohl die Menge ausfallen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt, schätzt er.

Die strenge Kälte im Februar, dann die Spätfröste vom April und Mai und nun die Trockenheit - das alles habe den Pflanzen ganz schön zugesetzt.

Ist der Gärtner dennoch mit dem bisherigen Verlauf zufrieden? "Zufrieden sind wir nie, das wäre ein gefährlicher Zustand." Acht Verkaufsstände betreiben Carsten Gloria und seine Mitarbeiter. Davon stehen allein vier in der Erfurter Innenstadt, natürlich auf dem eigenen Hof, auf dem Feld bei Schmira sowie auch in Arnstadt und Suhl.

Die Hochheimer Gärtnerei und der Erdbeerhof von Gebesee gehören nicht nur zu den Hauptanbaugebieten der Region sondern auch zu den Hauptlieferanten von Erfurt. Die Anbaufläche des Erdbeerhofes erstreckt sich sogar auf über 80 Hektar, an 140 Ständen werden die begehrten Früchte neben Thüringen auch in Sachsen und Sachsen- Anhalt verkauft. Am 9. und 10. Juni lädt Gebesee übrigens wieder zum traditionellen Erdbeerfest ein.

Den Landwirten dürfte im Moment wohl nicht so recht nach Feiern zumute sein. Vorn und hinten fehlt es an Regen. "Staubtrocken und das ist noch gelinde formuliert", sagt Martin Hirschmann. Als "dunkelrot" bezeichnet der Kreisgeschäftsführer des Bauernverbandes die gegenwärtige Lage auf den Feldern der Region.

Wobei auf den Wiesen noch alles in recht sattem Grün erscheint. "Für die hatte es gerade noch gereicht, kam der Regen vor zwei, drei Wochen zur richtigen Zeit." Er gab noch mal einen Wachstumsschub, so dass der erste Schnitt bei Grünfutter doch nicht so schlecht ausgefallen sei, wie zunächst befürchtet, so Hirschmann weiter.

Doch jetzt sieht es wegen der fehlenden Niederschläge gerade für Getreide, Raps, Rüben und Kartoffeln schlecht aus. Für Mais ist es noch nicht ganz so kritisch. "Wir brauchen dringend 40 bis 60 Millimeter Niederschlag!" Natürlich nicht als Wolkenbruch. Sondern als Landregen, gemächlich über zwei, drei Nächte verteilt.

30.05.2012 von Thomas Hartmann

Erdbeeren von Gloria

Zum Start der Bilderschau ein Bild anklicken.