2009-06-06_TA Bahn lässt Radfahrer weiter warten

Bahn lässt Radfahrer weiter warten

Seit Jahren warten die Hochheimer auf die Fertigstellung eines kurzen Radwegabschnittes im Krautland. Wegen der Verzögerung beim ICE-Bau gejht es nicht voran.

Von Jörg Heise

Hochheim

"Mich erreichen immer wieder Anfragen von Anwohnern und Radfahrern, ob das nur 50 Meter lange Stück endlich einmal in einen vernünftigen Zustand versetzt wird", verweist Ortsbürgermeister Thomas Hartmann (parteilos) auf die Wertigkeit des Gera-Radweges, der immerhin weit über die Landeshauptstadt hinaus von Bedeutung ist. "Gerade am Wochenende ist er stark frequentiert, doch mit Rollschuhen oder Inlinern kommt man schon gar nicht über das betreffende Stück hinweg."

Im Bauausschuss verschaffte sich der Ortsbürgermeister am Donnerstagabend noch einmal Gehör und wollte wissen, ob denn nicht wenigstens erst einmal eine provisorische Befestigung für eine gefahrlose Nutzung möglich sei. "Das dürfte doch keine so riesige Summe sein. Ich begreife nicht, warum bislang einfach kein Weg reinführt", so Hartmann gegeüber TA.

Der Stadt, die den Radweg im Krautland bis auf das fehlende Zwischenstück vor drei Jahren gebaut hat, sind die Hände gebunden, erklärte Baudezernent Ingo Mlejnek. Als Zufahrt für die Baustelle der ICE-Trasse liege die Hoheit bei der Bahn. Doch die werde nach drastischen Verzögerungen wohl frühestens 2011 an dieser Stelle fertig. Sie sei verpflichtet, danach auch den restlichen Radweg herzustellen.

Die Forderung der Hochheimer sieht Mlejnek dennoch als "völlig berechtigt" an. "Ich verstehe, dass die Leute ungeduldig werden, schließlich sollte der Radweg schon 2006 fertig sein." Er treffe sich regelmäßig mit den Konzernbevollmächtigten der Behn und habe das Problem schon beim letzten Mal angesprochen. Nichtsdestotrotz werde er es bei der nächsten Zusammenkunft thematesieren, versicherte der Baudezernent. Die Chance, dass der Verkehrsriese doch noch einlenkt und eine vertretbare Übergangslösung schafft, stuft Mlejnek mit 50:50 ein.

12.06.2009 von Thomas Hartmann