2011-10-26_TA Das Letzte Wort ist noch nicht gesprochen

Das Letzte Wort ist noch nicht gesprochen

TA-Forum über den Entwurf der Schulnetzplanung in Erfurt

Lehrer, Schüler und Eltern, Ortsteilbürgermeister, Vertreter aller Fraktionen und Bildungspolitiker nahmen am Dienstagabend in Erfurt am TA-Forum zur Schulnetzplanung teil. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Erfurt. Der Entwurf der Stadtverwaltung, der u. a. die Schließung der Regelschulen Urbich und Hochheim und die Auflösung der Rudolf-Diesel-Schule vorsieht, hatte bereits zu heftigen Protesten geführt.

Eine neue Schulnetzplanung sei unvermeidlich, stellten Schulamtsleiter Rigobert Krug und Werner Ungewiß, Leiter des Amtes für Bildung, mit Verweis auf die Bildungsgesetze klar. Das aktuelle Schulnetz habe nur bis August 2012 Bestand. "Wir brauchen einen neuen rechtlichen Rahmen für die Existenz unserer Grund- und Regelschulen", so Ungewiß.

Der Entwurf sei zu kurzfristig erstellt worden, nicht durchdacht und nicht nachhaltig, kritisierte Elternsprecherin Anke Schmidt-Kraska. Auch die Art der Kommunikation der Pläne durch die Ämter stieß bei mehreren Rednern auf Kritik.

Die jetzt vorliegende Variante enthalte mehrere "harte Maßnahmen", so Ungewiß, aber sie müsse nicht pflichtgemäß kommen. Sie sei Basis zum Diskutieren, der Stadtrat habe das letzte Wort. Außerdem bedeuteten die Planungen nicht, dass es in einem Jahr vollendete Tatsachen gebe. Auslaufmodelle für Gymnasien dauerten im Schnitt sechs Jahre, für Regelschulen vier bis fünf, drei für Berufsschulen.

Thomas Pätzold aus Urbich wies auf den psychischen Druck für Kinder und Jugendliche hin, die mit Schließungsplänen konfrontiert sind. Mehrere Fraktionen wollen den Ratsbeschluss nicht im Dezember fassen, sondern ihn verschieben. In der Debatte ging es u. a. um Qualität und Kosten von Schule und um mögliche Erweiterungen der Schulstandorte.

Man sammle alle Vorschläge, so Ungewiß, und leite sie an die Fachausschüsse und den Stadtrat weiter. Allein zu Marbach und zur Europaschule gebe es bereits 374 Stellungnahmen.

In der morgigen Ausgabe berichten wir ausführlich.


Birgit Kummer / 26.10.11 / TA

26.10.2011 von Thomas Hartmann

Anke Schmidt-Kraska (r.), Werner Ungewiß und Rigobert Krug (l.) gehörten zu den Gästen des von Angelika Reiser-Fischer moderierten Forums. Foto: Marco Schmidt

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