2011-10-07_TA Hochheimer und Urbicher Regelschulen stehen vor Schließung

Hochheimer und Urbicher Regelschulen stehen vor Schließung

Amt für Bildung und Schulamt legten neues Schulnetzkonzept vor. Hochheimer und Urbicher Regelschule betroffen. Schulen sollen sich bis zum 17. Oktober zu dem Plan äußern.

Hochheim. Die Nachricht kam an, als sie niemand mehr lesen konnte. Vorigen Freitagnachmittag gegen 14.30 Uhr wurde die Regelschule "Steigerblick" in Hochheim per E-Mail informiert, dass sie zum neuen Schuljahr geschlossen werden soll.

Die 167 Schüler, Lehrer, Eltern wurden somit am Dienstagmorgen von der Botschaft überrascht. Nun kann sich die Schule bis zum 17. Oktober gegenüber dem Amt für Bildung äußern, wie sie die Idee findet.

Klar ist schon jetzt: Alle an der Schule finden die Idee schlecht, einschließlich Bürgermeister betroffener Ortteile wie Schmira, Möbisburg, Frienstedt. Eltern machen mobil, Schüler sammeln Unterschriften gegen die Schließung. "Wir ziehen auch vors Rathaus, um die Schule zu retten", kündigt Schulelternsprecherin Anke Schmidt-Kraska an.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass neben der Schließung und der Übersiedlung der Schüler zur Regelschule 8 am Langen Graben noch eine Alternative angeboten wurde: Die Verkleinerung auf nur noch eine einzügige Regelschule in Hochheim mit jeweils einer Klasse je Klassenstufe. Was mit den Lehrern in diesem oder jenem Falle wird, ist noch völlig unklar.

Der Grund für den Vorstoß ist keineswegs ein Mangel an Regelschülern. Die Regelschule 10 sei vielmehr mit 167 Schülern gut ausgelastet, sagt die Schulleiterin Gabriele Brunotte. In den vergangenen Jahren haben Schüler und Lehrer während des Umbaus und der Sanierung viel auf sich genommen. Nun, da alles hell und freundlich ist, sollen sie raus.

Eltern schätzen an der Schule, dass sie klein ist, ruhig und im Grünen liegt und ein Ganztagsschulkonzept hat. In den Klassen sitzen 20 bis 24 Kinder.
Die Schule hatte sich auch dafür beworben, Gemeinschaftsschule zu werden, zumal nebenan eine Grundschule ist. Das Konzept wurde auch für gut befunden, es scheiterte jedoch am Platz. Laut Berechnungen des Amtes für Bildung ist der Platz im Haus der Regelschule zu 95 Prozent ausgelastet, in der Grundschule seien es indes 85 Prozent. Als Begründung für die Schulschließung wird nun angeführt, die benachbarte Grundschule brauche mehr Platz, um ihre pädagogischen Konzepte umzusetzen.

Erfurts Schulamtsleiter Rigobert Krug verweist darauf, dass insgesamt in der Stadt zu viel Platz sei in den Regelschulen ist. Nur zu 54 Prozent sind sie ausgelastet. Dort müsse man zusammenrücken, um anderen Schulen mehr Platz zu geben. Dies ist offenbar auch der Kern des jetzt vorliegenden Schulnetzplanes für die Schuljahre 2012/13 und 2013/14. Danach soll auch die Regelschule in Urbich geschlossen werden.

Deren Perspektive sieht noch trüber aus: Die Kinder werden an andere Regelschulen der Stadt aufgeteilt oder gehen künftig an den Hirnzigenweg oder zum Herrenberg... Auch hier gibt es in der Nachbarschaft eine Grundschule, die Platz braucht, heißt es. Nein, Proteste gäbe es derzeit keine. Auch nicht gegen die avisierte Schließung der Rudolf-Diesel-Berufsschule in der Eugen-Richter-Straße. Dorthin soll die Regelschule "Thomas Mann" von der Halleschen Straße umziehen. Dagegen ist die Fusion der Grundschulen Vieselbach und Kerspleben vom Tisch.

"Wir sind in der Diskussion", heißt es vom Schulamt. Bis zu den Herbstferien können sich die Betroffenen nun äußern. Der Stadtrat soll das Schulnetz für die nächsten zwei Jahre möglichst noch bis Weihnachten absegnen, denn zum neuen Schuljahr soll es in Kraft treten.

Ob sich an dem jetzt vorliegenden Konzept noch rütteln lässt? Viele hoffen es. "Sonst hätten wir ja auch keine verschiedenen Varianten vorgelegt", heißt es.

Angelika Reiser-Fischer / 07.10.11 / TA

07.10.2011 von Thomas Hartmann

Regelschule 10 in Hochheim:    Hell präsentiert sich die Regelschule in Hochheim nach jahrelangen Bau- und Sanierungsarbeiten. Nun allerdings soll sie mit Beginn des nächsten Schuljahres umziehen, um der Grundschule Platz zu machen. Foto: Susann Fromm

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