2011-04-13_TA Keine schnelle Lösung für Hochheims Grundwasserproblem

Keine schnelle Lösung für Hochheims Grundwasserproblem

Noch steht das Gutachterbüro nicht fest, dafür aber die Eckpfeiler, auf deren Basis eine Lösung für das Grundwasserproblem in Hochheim gefunden werden soll.

Noch steht das Gutachterbüro nicht fest, dafür aber die Eckpfeiler, auf deren Basis eine Lösung für das Grundwasserproblem in Hochheim gefunden werden soll.
Hochheim. Die denkbaren technischen Lösungen um den Grundwasserspiegel im Bereich der Poststraße/Am Bache zu senken, wurden vom Umwelt- und Naturschutzamt in Zusammenarbeit mit dem Entwässerungsbetrieb der Stadt jetzt zusammengefasst und in den jüngsten Sitzungen des Bau- und Verkehrsausschuss und des Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorgelegt. Die zuvor bei einem Vor-Ort-Termin mit OB Andreas Bausewein den Betroffenen versprochene Zeitschiene (die TLZ berichtete) wurde damit eingehalten am 9. Mai soll das Fazit der möglichen Lösungen auch dem Hochheimer Ortsteilrat vorgelegt werden.

Fünf Varianten werden den Hochheimern dann erläutert. Und keine davon lässt sich ohne Probleme realisieren. In der Vertiefung des Mühlgrabens wird als erste Möglichkeit betrachtet. Kosten: 100 000 Euro und die Auswirkung auf den Grundwasserstand kann noch nicht vorhergesagt werden. Und da der Uferbereich sehr dicht bewachsen ist, muss zudem mit einem längeren Zeitraum für die Umsetzung gerechnet werden.

Auch der Einbau von Drainagen in den Wiesen vor der Gera, wurde betrachtet. Möglich sei dies zumindest bis auf das Niveau des Hochheimer Baches. Niveaubedingt würde sich dies dann aber nur auf einen Teil der vom Grundwasser gefluteten Häuser auswirken.

Als effektiver wurden Brunnen eingeschätzt, durch die der Grundwasserspiegel bis unter die Kellersohlen abgesenkt werden könnte. Dies allerdings wäre ein sehr zeitaufwendiges Projekt Tiefe, Anzahl und Fassungsmenge müssten zuvor berechnet werden, die Auswirkungen auf die Umwelt begutachtet werden, die mögliche Trockenlegung von Pflanzflächen oder Schäden an den Hausfundamenten. Oberirdisch müsste das Wasser per Rohr oder Schlauch in die Gera abgeführt werden und ist alles geregelt kommen dann noch die Baumaßnahmen...

Statt Brunnen könnten auch Gräben und Gruben eine Lösung sein, wenn sie in einer für die trockenzulegenden Keller entsprechenden Tiefe angelegt werden. Aber auch hier müssten mit Pumpen das Wasser in die Gera oder in die nächsten Vorfluter gepumpt werden. Diese Variante allerdings würde nur in den Bereichen helfen, in denen die Gräben angelegt werden und es müsste permanent abgepumpt werden. Als Am Bache 2010 der Kanal verlegt wurde (der den Grundwasser-Anstieg auslöste) hatte die Baufirma mehrere leistungsstarke Pumpen im Einsatz um die Baugrube trocken zu halten pro Sekunde wurden 85 Liter Wasser abgepumpt. Das Wasser komplett aus der Baugrube zu halten wurde trotzdem nie geschafft.

Theoretisch sei es aber möglich. Allerdings nur mit hohen Betriebskosten. Sollte diese Variante Am Bache realisiert werden, stünden zwar nur 11 000 Euro Baukosten zu Buche dafür aber Betriebskosten in Höhe von 136 Euro. Täglich. Also etwa 4000 Euro Pro Monat.

Das Fazit des Umwelt- und Naturschutzamtes lautet: Ohne genaue Voruntersuchung ist jede Variante mit einem Risiko verbunden. Und so lange die Gefahren nicht genau eingeordnet werden können, gibt es keine wasserrechtliche Genehmigung. Sicherheit schaffen soll deshalb eine Machbarkeitsstudie, die am kommenden Montag, 18. April, in Auftrag gegeben werden soll. Bis Ende Juli sollen die Ergebnisse vorliegen, Ende August sollen den Hochheimern dann greifbare Lösungen unterbreitet werden.

Seitens der Erfurter CDU wurde auf Anregung von Staatskanzleiministerin Marion Walsmann zudem noch eine Zusammenarbeit mit der Erfurter Fachhochschule angeregt. Bis zum Semesterabschluss sollen im Rahmen eines Studentenprojektes, die eigentlichen Ursachen der Grundwassererhöhung ermittelt werden. Mit Bürgerbefragungen und Untersuchungen der Einflüsse durch den Bau der Fernwassertrasse und des Abwasserkanals.

Hartmut Schwarz / 13.04.11 / TLZ

13.04.2011 von Thomas Hartmann

Protest: Vor der letzten Sitzung des Stadtrates machten die Hochheimer auf dem Fischmarkt auf ihren Notstand aufmerksam. Lösungen, und kein Geschwätz, wurden gefordert. Foto: Schwarz

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