2011-03-03_TA Nasse Keller seit zwei Jahren

Nasse Keller seit zwei Jahren

Hochheimer fordern rasches Handeln / Parteienübergreifender Stadtrats-Antrag angeregt

Hochheimer Bürger zogen gestern vor das Erfurter Rathaus, um auf die Gefahr für die vom erhöhten Grundwasser betroffenen Häuser aufmerksam zu machen.

Von Wolf-Dieter Bose

ALTSTADT.
Viele Gebäudekeller im so genannten Unterdorf stehen seit mehr als zwei Jahren unter Wasser. Inzwischen seien große Schäden am Mauerwerk und an den Häusern insgesamt entstanden. Diese seien kaum noch zu retten, wenn nicht bald etwas geschieht. „Ohne Rücksicht auf Verluste hat die Stadt 2008 den Abwasserkanal saniert und billigend in Kauf genommen, dass dies zu Lasten der Anwohner gehen wird“, kritisierte gestern Nachmittag Holger Skribek, Sprecher der Hochheimer Bürgerinitiative. Über das alte Kanalsystem flossen pro Jahr 15 Millionen Kubikmeter Grundwasser in die Kläranlage Kühnhausen, wofür der städtische Entwässerungsbetrieb etwa 360 000 Euro zahlen musste. Die Stadt habe das System sanieren lassen, ohne für den nötigen Abfluss des Grundwassers zu sorgen.
„Wir fordern von der Stadt Gespräche, die zu einer Lösung führen“, sagte Nicole Winter. Es gebe bereits Einschätzungen über die technische Machbarkeit mit relativ geringem Aufwand. Die Maßnahmen müssten sofort umgesetzt werden.
 Auf der Bürgerversammlung am Dienstagabend hatten sich die Teilnehmer darauf verständigt, dass die Untere Wasserbehörde kurzfristig die Aufgabenstellung erarbeitet und dann eine Machbarkeitsstudie ausgeschrieben wird. Dafür brauche man aber Geld. „Wenn wir Mittel im Haushalt haben, können wird die Ausschreibung schnell machen“, meinte Umwelt-Beigeordneter Uwe Spangenberg. „Wenn nicht, dauert es länger und wir brauchen einen Stadtratsbeschluss.“
 Die Machbarkeitsstudie werde auch Vorschläge zur Lösung des Grundwasserproblems und den Kostenrahmen aufzeigen. Diese beiden Schritte nimmt die Stadtverwaltung in ihre Verantwortung, über die Finanzierung ist noch zu diskutieren.
Von den angesprochenen Stadträten saßen am Dienstagabend mit Carsten Gloria (SPD), Thomas Hutt (CDU) und Karola Stange (Linke) gleich drei aus Hochheim im Auditorium. Zwar wollte die SPD gestern im Stadtrat einen entsprechenden Antrag einbringen, doch schlug Karola Stange eine parteienübergreifendes Vorgehen mit dem Festlegen konkreter Schritten und terminlicher Abläufe vor. Und das Bilden eier Arbeitsgruppe, einer Art runden Tisch, der das Projekt und dessen Umsetzung begleitet.

TA 03.03.2011 ER2

03.03.2011 von Thomas Hartmann