2010-12-21_TA Förderverein stellt sich gegen Egapark-Konzeption

Förderverein stellt sich gegen Egapark-Konzeption

Unzufrieden äußerst sich die Spitze des Egapark-Fördervereins über die Art und Weise, wie die Stadtwerke an die Zukunftskonzeption für den Garten Thüringens herangehen.

Hochheim. Wie geht es weiter mit dem Egapark, der 2011 sein 50-jähriges Bestehen feiert? "Es ist an der Zeit, über die künftige Entwicklung des Egaparks neu nachzudenken, und dessen Perspektive in und für Erfurt zu sichern", heißt es dazu auf der Internetseite der Stadtwerke, die die Erfurter zur Meinungsäußerung auffordern. Eine der Weichenstellungen soll am 21.Dezember der Aufsichtsrat vornehmen, der sich zu einer Sondersitzung trifft. Grundlage ist ein sogenanntes "marktorientiertes Entwicklungskonzept", das zunächst drei Alternativen enthielt. Ein Volkspark mit deutlich reduziertem Angebot ist bereits vom Tisch, zwei Varianten stellen die Stadtwerke nun weiterhin zur Diskussion: Entweder "Generationenübergrei-fender Erlebnisgarten" oder "Kultur- und Gartendenkmal der 60er-Jahre".
Nicht nur gegen dieses ausschließliche Entweder-Oder meldet sich jetzt der Vorstand des Fördervereins der Egapark-Freunde, der etwa 1100 Mitglieder zählt, energisch zu Wort. Durch alle Parteien hindurch habe es in jüngster Zeit Äußerungen zur Egapark-Zukunft gegeben, sagte gestern Vereinsvorsitzender Wilfried Goosmann. Dies sei aber weniger von der Sorge um die Zukunft getragen gewesen, vielmehr habe es der eigenen Profilierung dienen sollen.
Weiterer Grund zur Verärgerung: Während der Oberbürgermeister Andreas Bausewein einen offenen Brief der Egapark-Freunde vom 3. November bis heute unbeantwortet gelassen habe, täten sich auch die Stadtwerke nicht damit hervor, umfassend über die Konzeption zu informieren.
Ein Affront gegen die Egapark-Freunde, die über ihre Monatsbeiträge jedes Jahr 28.000 Euro in die Ega-Kasse fließen lassen, empört sich Goosmann. Für ihn hat das Konzept, das die Egapark-Freunde nur auf inoffiziellem Weg erhielten, einen Denkfehler: "Demnach ließen sich die darin enthaltenen Szenarien nicht beliebig neu zusammenstellen. Das ist Quatsch oder eine bewusste Fehldeutung", spricht Goosmann von Verneblungsaktionen. Vielmehr brauche es ein Konzept, dass sich zwischen generationenübergreifend und denkmalwahrend behutsam bewege.
Kein gutes Haar an der vorliegenden Entwicklungskonzeption lässt auch Goosmanns Stellvertreter Dietmar Schumacher, selbst jahrelang Chef des Egaparks: "Argumente sind nicht untersetzt, Besucherzahlen mal hoch-, mal runtergerechnet - wie es gerade passt", so seine Kritik. Falsch sei auch, dass Gartenschauen eine Konkurrenz zur Ega seien. Sie sorgten vielmehr für zusätzliche Besucherströme.
Dass nur sechs Prozent der Besucher Erfurter seien, weist Schumacher zurück. Und dass zum Vergleich mit der Ega dreimal so große Parks herangezogen wurden, sei ein weiterer Fehler des Entwicklungskonzepts, "das jeder Egapark-Mitarbeiter besser hätte erstellen können", so Schumacher. Mehr als 300 Vorschläge seien von dort gekommen, kaum einer habe den Weg ins Konzept gefunden.
"Wir sind für eine eigenständige Egapark GmbH", machen Goosmann und Schumacher deutlich, um "wieder die Leute ihre Arbeit machen zu lassen", wie es heißt. Aber auch, um Fördermittel beantragen zu können.
Frank Karmeyer / 21.12.10 / TA

02.03.2011 von Thomas Hartmann