2010-10-04_TA Zwei Jahre Sicherheit für Erfurts Bäder

Zwei Jahre Sicherheit für Erfurts Bäder

Bis 1998 hatten die Stadtwerke (SWE) in Erfurt noch einen 100-prozentigen Marktanteil bei der Stromversorgung. Durch die Liberalisierung des Marktes änderte sich das jedoch.

Erfurt. 85 Prozent, das ist immer noch das größte Stück am Stromkuchen. SWE-Geschäftsführer Peter Zaiß kann allerdings nicht verhehlen, dass ihm das nicht genügt. Der Antwort auf die Frage, wie viele Kunden es gekostet hat, dass sich Erfurts Ex-OB den dritten Geschäftsführerposten erst selber geschaffen hat und dann selbst besetzte, weicht er aus. Man denke aber über neue Tarifmodelle nach, die z. B. für die Abnahme der Elektroenergie nachts günstigere Preise verheißen.

Die Gewinnzone, in die Zaiß sein Unternehmen durch eine effektive Umstrukturierung gebracht hat, ist auch dazu gedacht, den Bewohnern der Landeshauptstadt einige Annehmlichkeiten zu garantieren. Die Bäderlandschaft lassen sich die Stadtwerke jährlich eine Million Euro kosten. Der SWE-Chef verrät, dass momentan an einer neuen Konzeption gearbeitet werde, um Erfurts Bäderlandschaft weiterzuentwickeln.

Ein drittes Hallenbad sei aus seiner Sicht unverzichtbar, besonders im Hinblick auf den schulischen Schwimmunterricht. Die Frage sei nur, wohin damit. Auf das Areal des Nordbades, wie schon verschiedentlich angedacht? Oder als Anbau an die Schwimmhalle Süd? Das hätte einen gewissen Synergieeffekt, weil man die dort bereits vorhandene Technik mit nutzen könne. Mindestens acht Millionen Euro müsste man dennoch dafür lockermachen. Aber es wäre die wirtschaftlichste Variante. Denn ein Neubau würde gleich mit der doppelten Summe zu Buche schlagen. Diese Entscheidung muss letztlich in Aufsichts- und Stadtrat fallen.

Die Freibäder der Stadt haben nach Zaiß Zusicherung die nächsten beiden Jahre Bestandsschutz. Dennoch sieht es so aus, als ob man beim Dreienbrunnenbad und im bei Familien besonders beliebten Freibad in Möbisburg mittelfristig nachrüsten muss. Die Vorschriften verlangen eine Wasseraufbereitung, statt der in beiden Fällen üblichen Speisung der Becken über einen Naturzufluss.

 Für das Dreienbrunnenbad suche man nach einer Symbiose aus wirtschaftlicher Lösung und sinnvoller Gestaltung, so Zaiß. Denkbar wäre eine Art Luft- und Sonnenbad mit einem etwas kleineren Abkühlbecken als das aktuelle.

Bildunterschrift: Die Freibäder Erfurts haben die nächsten beiden Jahre Bestandsschutz, zudem soll ein drittes Hallenbad gebaut werden. Foto: Jens König

04.10.2010 von Thomas Hartmann

Die Freibäder Erfurts haben die nächsten beiden Jahre Bestandsschutz, zudem soll ein drittes Hallenbad gebaut werden. Foto: Jens König

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