2010-09-18_TA Blühende Gartenlandschaften

Blühende Gartenlandschaften

Für den Egapark ist der Status als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung angestrebt

Der 1961 als iga gegründete Erfurter Egapark ist die einzige weitgehend erhaltene Gartenanlage aus den 1960er-Jahren in Deutschland. Seine Besonderheit und hohe gestalterische Qualität veranlassen jetzt das Landesamt für Denkmalpflege, für ihn den Status als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung zu beantragen.

Von Steffen Raßloff

HOCHHEIM

Unesco-Welterbestätten erfreuen sich besonders großen Interesses. Das ist nicht nur für den Tourismus gut, sondern sichert auch finanzielle Fördermöglichkeiten, die sonst verschlossen blieben. In Deutschland gibt es den ähnlichen Status eines Kulturdenkmals von nationaler Bedeutung. Für entsprechend eingestufte Objekte verfügt das zuständige Bundesministerium über Mittel, die beispielsweise für Sanierungsmaßnahmen verwendet werden können.

 

Genau diesen Rang möchte jetzt das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege für den Egapark beantragen. 1961 als Internationale Gartenbauausstellung iga gegründet, zählt die Anlage laut Denkmalausweisung von 1992 zu den wenigen künstlerisch unumstrittenen und anspruchsvoll gestalteten Gartenanlagen, die nach 1945 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR entstanden sind. Sie gehört zugleich zu den künstlerischen Hauptwerken des bedeutenden Gartenarchitekten Reinhold Lingner.

 

Die gestalterische Qualität des Geländes macht es in den Augen von Dr.

Martin Baumann, der im Landesamt für die Gartendenkmalpflege zuständig ist, zu einem Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Am Aushängeschild der DDR-Gartenarchitektur können noch heute die Strukturen und Gestaltungsprinzipien der iga von 1961 abgelesen werden.

 

Das Ensemble von großem Blumenbeet und Ausstellungshallen, Springbrunnen und Wasserachse, die vielen typischen Details wie Pavillons, Skulpturen, die Bestuhlung usw. gehen in die Ursprungszeit zurück. Einzigartig ist zudem die Symbiose aus Park und Deutschem Gartenbaumuseum in der Cyriaksburg, das harmonisch in die Gesamtanlage eingepasst wurde. Sind seither auch viele Angebote für die ganze Familie hinzu gekommen, ist der einmalige Charakter doch im Kern erhalten geblieben.

 

Bei entsprechender Ausrichtung des Zukunftskonzeptes durch die Stadtwerke Erfurt könnte der Egapark bald seine Bedeutung offiziell bestätigt bekommen.

Dem blühenden Gartendenkmal der 1960er-Jahre würde dies einen beträchtlichen Prestigegewinn verschaffen. Sicher ergäben sich auch positive Auswirkungen auf die Besucherzahlen.

 

Die Erfurter und Thüringer haben die iga seit Generationen ins Herz geschlossen. Ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung würde die Attraktivität sicher noch weit darüber hinaus steigern. Nicht zuletzt lockt die Förderung von Sanierungsvorhaben, an denen es unübersehbaren Bedarf gibt.

 

All dies wäre ein würdiges Geschenk zum 50. Jubiläum im kommenden Jahr. Und es wäre ein nachhaltiger Impuls für den Ruf Erfurts als Blumenstadt.

Immerhin ist der Egapark neben der Wartburg die meistbesuchte Tourismusattraktion in unserem Freistaat.

21.09.2010 von Thomas Hartmann

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