2010-09-09_TA Von Erfurt nach Molsdorf

Bessere Anbindung Fahrplanwechsel in Südwesten / Evag-Angebot zur Begleitung der Waldorf-Kinder

Die Erfurter Verkehrsbetriebe haben bekanntlich zum 31. Oktober einen Fahrplanwechsel angekündigt. Damit verbunden sind weitreichende Veränderungen bei Bus- und Bahnlinien. Es folgen weitere Details.

ERFURT. Vor allem innerhalb des Stadtgebietes verbessert sich laut Evag das Angebot deutlich: Der Erfurt City Takt wird auf die Abend- und Nachtstunden ausgeweitet, neue Nachtlinien sorgen für mehr Mobilität am Wochenende. Auch das Netz des Erfurt Stadtbusses wird stellenweise deutlich dichter: Neue Haltestellen und neue Linienverläufe erreichen künftig mehr Haushalte als bislang.
Die weitreichendsten Veränderungen im Stadtbusnetz betreffen den Erfurter Südwesten. Das bisherige Linienbündel 51, 59 und 60 wird durch die künftigen Linien 51, 60 und 75 neu geordnet: Die neu geschaffene Stadtbus-Linie 75 verbindet Hochheim mit Egstedt, ergänzt durch die Linie 60, die nun nicht mehr bis Hochheim verkehrt, sondern in Möbisburg endet.
Die Linie 51 verkehrt neu bis Schloss Molsdorf und endet nicht mehr in Hochheim. Molsdorf erhält auf diese Weise wieder werktags eine durchgängige und getaktete Anbindung in die Erfurter Innenstadt, erklärt Prokurist Hans-Volker Krebs.
Die Stadtbus-Linie 65 deckt durch einen veränderten Linienweg und neue Haltestellen ein deutlich größeres Gebiet ab als bislang und schafft am Urbicher Kreuz sowie an der neu geschaffenen Haltestelle Melchendorf in der Haarbergstraße neue Anschlüsse an das schnelle Stadtbahn-Netz und den Erfurt City Takt. Zudem erhält das Einkaufszentrum Eisenberger Straße (T.E.C.) eine weitere Anbindung durch die Linie 51.
Außerdem fällt die Linie 59 weg, wird aber im Südosten durch die erweiterte Linie 60 ersetzt, die auf dem identischen Linienweg verkehrt. Hochstedt bekommt durch die Ausrichtung der neuen Linie 152 zum Bahnhof Vieselbach bessere Verbindungen, die Orte Egstedt/Steiger und Waltersleben erhalten ab 31. Oktober ein regelmäßiges Angebot.
Die geplanten Veränderungen bei den Regionalbusverbindungen lösten die meisten Kritiken aus. So auch bei Eltern, deren Kinder in die Waldorfschule in Bischleben/Stedten gehen. Der Anfahrtsweg gestalte sich künftig umständlicher und Umsteigen macht sich notwendig. "Wir sind bereit, die Schüler in den ersten Tagen zu begleiten und ihnen beim Umsteigen zu helfen", erklärte Evag-Vorstand Myriam Berg. "Damit wollen wir auch den Eltern die Angst nehmen."
Gerade passend zu den gravierenden Veränderungen informieren die Verkehrsbetriebe über zwei Umfragen, in denen sie gut abgeschnitten haben. So beim Kundenbarometer 2010, das bundesweit 30 Verkehrsunternehmen vergleicht. Dort kommt das Erfurter auf den 1. Platz, was die Zufriedenheit mit dem Linien- und Streckennetz betrifft, die Anschlusssicherheit und die Information bei Störungen sowie Verspätungen. Und bei dem Anteil des öffentlichen Nahverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen belegt Erfurt nach Berlin einen umweltfreundlichen 2. Platz.

Wolf-Dieter Bose / 09.09.10 / TA

Bildunterschrift: Das neue Evag-Angebot umfasst auch eine Begleitung der Waldorfschüler in den ersten Tagen der Fahrplanumstellung nach Bischleben/Stedten. Foto: Jens König

10.09.2010 von Thomas Hartmann