2010-08-26_TA Von der Lern- zur Pflegestätte

Von der Lern- zur Pflegestätte

 

Alte Grundschule in Hochheim steht zum Verkauf/Ortschaftsrat bevorzugt DRK als einen der Interessenten

 

Obwohl die alte Grundschule voraussichtlich noch bis Jahresende von den Regelschülern als Ausweichobjekt genutzt wird, so sind ihre Tage gezählt.

Sie steht zum Verkauf. Und mancher befürchtet, dass nicht der Wunschkandidat den Zuschlag erhalten könnte.

 

Von Wolf-Dieter Bose

 

HOCHHEIM.

Ursprünglich wollte der Ortschaftsrat, dass aus der alten Schule das neue Bürgerhaus wird. Doch das ist inzwischen verworfen. Denn erstens dürfte das Vorhaben angesichts der klammen Stadtkasse am nötigen Geld scheitern und zweitens ist das Gebäude für unsere Pläne nicht geeignet, begründet Ortsbürgermeister Thomas Hartmann. Hochheim braucht einen großen Saal für Veranstaltungen bis zu 100 Personen. Und das wäre nicht ohne große Umbauten gegangen.

 

Mittlerweile liegen vier Kaufangebote vor, drei von privaten Trägern und einer vom Kreisverband Erfurt Land des Deutschen Roten Kreuzes. Während auf der einen Seite von Ideen wie einem Mehrgenerationen-Wohnhaus die Rede ist, will das DRK eine Tagespflegestätte einrichten. Die Angehörigen bringen tagsüber ihre Pflegebedürftigen in den Braunkärschweg, gehen arbeiten und abends wohnen sie wieder zu Hause. Wir haben uns für diese relativ neue Variante entschieden, weil viele den Schritt in ein Pflegeheim scheuen, erläutert DRK-Vereinsvorsitzender Dr. Andreas Herwig. Deshalb sehen man Bedarf für eine Tagespflege. Außerdem sei die Lage sehr günstig. Denn der Bereich, in dem der DRK-Kreisverband und seine 22 Mitarbeiter ihre gemeinnützigen Aufgaben erfüllen, erstreckt sich über die gesamte Stadt bis hin nach Neudietendorf. Auch würde die Geschäftstelle in die alte Grund- schule einziehen, Schulungsräume ein- und zusätzlich ein Vereinszimmer für die Hochheimer hergerichtet.

 

Wir stimmen einem Verkauf zu, wenn der Erwerber die öffentliche Nutzung des Gebäudes sicherstellt oder eine Nutzung im öffentlichen Sinne, machten Ortschaftsrat und Ortsbürgermeister zur Bedingung. Und wenn der Käufer auch noch ein Vereinszimmer bereitstellt. Das alles bietet das DRK mit großer Sicherheit, so Hartmann. Von den anderen Bewerbern erhielt er noch keine konkreten Zusagen. Wenn das Haus bewohnt ist, dürfte es garantiert Streitigkeiten geben, wenn beispielsweise abends im Vereinszimmer geprobt wird.

 

Auch Linke-Politikerin Karola Stange befürwortet die DRK-Pläne. Sie bringen nicht nur ein wichtiges Angebot für pflegebedürftige Menschen, sondern auch sechs neue Arbeitsplätze. Und es ist ein weiterer Punkt für die Vielfalt im Ort.

 

Wir haben ein Konzept und Investitionen von über einer Million Euro veranschlagt, so Vereinschef Andreas Herwig. Doch nicht nur er befürchtet, dass es ein höheres als das DRK-Kaufgebot geben und sich die Stadtverwaltung angesichts ihrer Finanzlage für das entscheiden könnte, womit sie am meisten verdient. Montag erhält der Ortschaftsrat die Pläne der Stadt und muss sich

entscheiden.Bildunterschrift:

 

ANGEBOT: Damit die alte Grundschule ab Jahresende nicht leersteht, soll sie verkauft werden. In seiner Sitzung am kommenden Montag positioniert sich der Ortschaftsrat, die endgültige Entscheidung über die Zukunft soll Ende September der Stadtrat treffen.

 

Foto: Maik Ehrlich

Thüringer Allgemeine vom 26.08.10 Seite TAER226

 

27.08.2010 von Thomas Hartmann