2006-04-03_TA Dorfplatz ist Schandfleck

Dorfplatz ist Schandfleck

Hochheim: Ortsbegehung mit Bürgermeister Hagemann / Offenes Ohr und Aussicht auf Besserung

Etwa 20 Hochheimer kamen Bürgermeister Hagemanns Einladung nach. Viel Zeit hatte der Wahlkämpfer allerdings nicht mitgebracht. Das Spiel von Rot-Weiß saß bereits im Nacken.

Von Matthias KUBITZA

HOCHHEIM. Trostlos mutet er an, der zentrale Platz Hochheims. Traurigster Blickfang: der HO-Lebensmittel-Schriftzug an der Ruine, die einst Wohn- und Geschäftshaus war. Die eleganten Busse der Linie 59 schaukeln über den löchrigen Asphalt. Kurz vor 13 Uhr fährt Bürgermeister Dietrich Hagemann (CDU) mit smartem Wahlkampfauto vor. Etwa zwanzig Interessierte und Ortsteilbürgermeister Thomas Hartmann, der dann durch den Ort führt, erwarten ihn im Nieselregen. Auch Landtagsabgeordnete Marion Walsmann (CDU) liegen die Sorgen ihres Ortes am Herzen. "Unser Schandfleck Nummer Eins ist der Hochheimer Platz", konstatiert sie und spricht im Namen vieler Anwohner. "Sieben Gaststätten, zwei Bäcker und vier Kaufläden gab es mal bei uns", erinnert sich eine ältere Dame. "Und nun ist fast alles weg. Familien fahren in die Großmärkte. Und wo sollen wir hin?" Auch mit der modernen Telefonsäule, für die eine gute alte Zelle weichen musste, können sich nicht alle anfreunden. "Da versteht man kein Wort!", wird geschimpft. Hagemann arbeitet nicht bei der Telekom, sichert aber zu, sich zu kümmern. Ein größeres Problem findet sich auf der anderen Seite der Gera. Das alte, inzwischen Einsturz gefährdete Kurhaus gammelt vor sich hin, wird von Sprayern heimgesucht. Der Bürgermeister will dem Eigentümer "Dampf machen".  An Renovierung sei nicht zu denken, aber wenigstens das Gelände müsse abgesichert werden. Bernd Schönemeyer hat sich eigentlich vorgenommen, die Schallschutzwände der ICE-Trasse mal wieder ins Gespräch zu bringen. "Wir hören die Züge lauter als vorher. Durch die Wand reflektiert der Steiger den Schall stärker", ärgert er sich über so viel Fehlplanung, traut sich aber nicht, sein Anliegen vorzutragen. Zurück durch die Poststraße, deren grundlegende Sanierung beschlossene Sache ist, geht es ins Oberdorf. Fremd genutzte, daher übervolle Container für Grünabfälle sind hier Stein des Anstoßes. Das Problem gäbe es nicht, wenn die Gartenabfälle unter freiem Himmelverbrannt werden dürften, heißt es seitens der Anwohner. Hagemann verweist auf den Luftreinhalteplan, will sich aber um einen weiteren Container kümmern.

22.01.2010 von Thomas Hartmann